LS002 Der gute Ton

Schallausbreitung, Mikrofonierung und Echtzeit-Signalbearbeitung bei der Aufnahme Die zweite Ausgabe des Lautsprechers widmet sich den Themen Schallausbreitung, Mikrofonierung und Echtzeit-Signalbearbeitung bei der Aufnahme. Mein Ko-Moderator in dieser Folge ist Fiedel, der unter anderem mit dem Bau von Tonstudios Erfahrung hat.
Dauer: 1:55:42
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avatar Fiedel

Themen: Schallausbreitung; Schalldämmung und Reflektionsvermeidung; Basotect (Melaminharzschaum)*; Eierkartons; Diffusoren; Tote Räume; das Ohr; Schallwandlung; Dynamische Mikrofone; Kohlemikrofone; Kondensatormikrofone; Georg Neumann; Neumann-Mikrofone*; RichtcharakteristikenGrenzflächenmikrofon; Beyerdynamic DT-297 (PV/80; PV/250)*; Großmembran-Kondensatormikrofone; Pop-Schutz*; Shure SM58*; Shure Dynamische Broadcastmikrofone; Monitorsignal; Hinterbandkontrolle; Latenz; Kompression und Expansion; Noise Gates; De-Esser; Limiter; Compander; Levelator.

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110 Gedanken zu „LS002 Der gute Ton

  1. juhuu super endlich wieder lautsprecher
    – ich freu mich schon aufs anhören.
    ε/2

    @tim der link Basotect (Melaminharzschaum) zeigt nur auf eine leere suche

  2. Nachdem ich die erste Folge mit Martin für einen Überblick zu unstrukturiert und für einen Themenpodcast als zu wenig tiefgehend empfand – also nicht Fisch, nicht Fleisch – hat mir die zweite Folge schon wesentlich besser gefallen. Aller Anfang ist schwer, ich weiß…

    Ich beschäftige mich selbst seit einigen Jahren mit der Thematik und konnte dem ganzen recht entspannt folgen und auch in den allermeisten Punkten zustimmen, denke aber auch für Einsteiger war die behandelte Thematik gut und strukturiert aufbereitet. Gut finde ich generell, wenn Bezüge zu Tims eigenem Setup eingeflochten werden, denn da hat der Hörer direkt die Möglichkeit zu hören, was am Ende bei rauskommt. Bei den Headsets wurde dies ja schon im Podcast ausreichend erledigt, bzgl. des Kompressors wurde die genaue Gerätebezeichnung ja noch in den Shownotes nachgereicht. Aufgrund der beschriebenen Funktionen hatte ich schon auf den Behringer MDX-2600 getippt, den ich auch selbst verwende. Auch wenn Behringer nicht den besten Ruf hat, so halte ich die Geräte für Podcast-Zwecke ebenfalls für absolut ausreichend. Auch wenn es natürlich eine ganz individuelle Einstellungssache ist, bei der kein Weg an eigenen Versuchen vorbeiführt, wäre es für den fortgeschrittenen Hörer dennoch ganz interessant, welche Einstellungen im Kompressor, Expander, Limiter von Tim aus seiner reichhaltigen Erfahrung heraus standardmäßig verwendet werden (ratio, attack, release etc.).

    Anonsten: weiter so, die Idee des Podcasts ist super und die Umsetzung lässt auf weitere interessante Folgen hoffen. Ein Kritikpunkt noch: nur 96 kbps MP3 für einen Podcast, der gerade Audioqualität zum Gegenstand hat, sind ein gewisser Widerspruch. Da sind doch mit einem guten Kopfhörer (hier: Beyerdynamik DT 880 Pro) deutliche Artefakte zu vernehmen. Zumindest 128 kbps wären höchst erfreulich.

    • Ha, ich wusste warum ich eigentlich lieber große Dateien mache, habe mich aber von den letzten Kommentaren zu dem Thema zu kleineren verleiten lassen. Ich kann das Teil auch noch mal mit 128 kbit rausrendern.

        • Hab dir jetzt mal weiter oben geantwortet – man sieht nun wieder mehr.

          Mein Grundgedanke dahinter war halt folgender:
          Als podcaster will man ja möglichst viele Hörer haben (nehme ich zumindest an).
          D.h. bei solchen Format-/Bitraten-/etc. Kompromissen frage ich mich immer,
          welche Entscheidung zu einem Hörerverlust führen kann.
          Das jemand aufgrund von großen Dateien was nicht runterlädt ist halt viel wahrscheinlicher, als dass jemand aufgrund dieser minimalen Artefakte den Podcast nicht hört. Bei meiner Internetverbindung ist das zwar egal, aber vor einigen Jahren hab ich auch noch so gedacht bzw. hat nicht jeder immer so eine tolle Leitung …

          Wenn man nur eine Formatversion anbietet, ist es deswegen IMHO sicherer, die 96k zu wählen – und wenn man sich die Mühe machen will, kann man dann ja noch eine High-Quality Version zusätzlich anbieten …

          • Wir bieten zwei Formate, OGG und MP3 an, das ist schon etwas Aufwand. Meine Erfahrung ist, dass je grösser der Aufwand ist, desto eher schiebt man Dinge vor sich her.

            In der Diskussion mit unseren Hörern habe ich auch sehr schnell gemerkt, dass man es nicht allen Recht machen kann. Die einen wollen A, die anderen B, A und B widersprechen sich aber.

            Wenn man ein Format findet, mit dem möglichst viele zurecht kommen, dann reicht es. Alle können nicht erreicht werden.

          • Ok, machen wir es so.

            Die Argumentation finde ich in der heutigen Zeit aufgrund der vorhandenen Internetanschlüsse nicht mehr wirklich aktuell. Zumal ich denke, dass die allerwenigsten Hörer vor dem Runterladen auf die Dateigröße schauen. Wenn einen ein Podcast wirklich interessiert, wird man vermutlich nicht wegen ein paar MB zurückschrecken. Ein unbefriedigendes Hörerlebnis fällt einem hingegen zwangsläufig auf, wenn man sich den Podcast anhört. Bei mobilen Tarifen mag der Punkt noch eine Rolle spielen, aber dann könnte man auch gleich auf 40 kbps AAC-HE gehen, wie es z.B. die “Fanboys” aus München machen.

            Z.B. hat man sich innerhalb der ARD darauf geeinigt, Internetradio standardmäßig mit einem 128 kbps MP3-Stream anzubieten. Nicht umsonst hat sich diese Bitradio im Internetradio generell durchgesetzt, weil offensichtlich viele Hörer und Anbieter der Ansicht sind, dass dies den besten Trade-off zwischen Qualität und Datenmenge darstellt.

          • @Internetanschluss: bei uns reichen Europäern ist das sicher kein Thema. Jedoch ist das in vielen Länder nicht so einfach, bzw. in Österreich hier haben einige Bekannte von mir für daheim nur mobiles Internet (mit 1 bis 3GB), da überlegt man sich das dann halt schon.
            Aber ist halt die Frage, ob das die Zielgruppe ist …

            Warum ich hier so lange weiterdiskutiere: ich verstehe manchmal diese Überempfindilchkeit von div. audiophilen Leuten nicht ganz. Man hat das bei vielen Produkten am Markt (mehr ist immer besser, obwohl es meistens eh keiner hört) – und extrem viele Leute glauben auch noch diese Marketingstrategien …
            Und wenn dann jemand sagt, dass er Unterschiede hört, traut sich meist keiner was dagegen sagen, weil das dann heißen würde er kann es nicht hören.

            In unserem Fall kann man natürlich Unterschiede hören, jedoch soll sich jeder mal wirklich die unten genannten Stellen anhören um selbst zu hören über was wir da diskutieren.
            Also wer dadurch ein “unbefriedigendes Hörerlebnis” hat, ist schon wirklich drauf aus Codingartefakte zu hören.
            Ich will damit jetzt nicht sagen, dass man das nicht verbessern soll, aber es gibt in der gesamten Verarbeitungskette andere Stellen mit viel größerem Verbesserungspotential …

          • Nur um das klarzustellen, zu der audiophilen Voodookaste gehöre ich mit Sicherheit nicht. Ich führe ganz im Gegenteil immer wieder Diskussionen zu dem Thema, ob verlustbehaftete Kompression neutral sein kann oder nicht. Für mich kann sie und das kann man durch die schon mehrfach erwähnten ABX-Tests auch nachweisen. Genauso verhält es sich mit den teuren Wundermitteln (Kabel etc.), da halte ich auch überhaupt nichts von.

            Mich stört es halt nur, wenn wirklich Artefakte zu hören sind. Die mögen zwar gering sein, aber wenn sie alle 30 Sekunden wahrnehmbar sind, haben sie für mich einen ganz entscheidenden Nervfaktor.

          • Ja ich führe auch öfters solche “Voodoo”-Diskussionen 🙂

            Aber du hast eh recht, das hier ist ein anderes Thema und zu dem wird es immer unterschiedliche Meinungen geben …

      • Naja, also ich glaube da kannst du es nie allen recht machen.
        Ich persönlich bevorzuge auch die kleinere Datei, ist mir aber eigentlich egal…

        “Deutliche Artefakte” ist wohl ein bisschen übertrieben, mir ist nichts wirklich aufgefallen (gehört bei Straßenhintergrund, im Freien usw.).
        Bei reiner Sprache ist 96k sicher ausreichend, und wenn man wirklich genau hinhört, kann man bei 128k auch Artefakte finden.

        • Wie gesagt, ich habe es mit einem guten Kopfhörer in ruhiger Umgebung gehört, da ist die Bezeichnung als “deutliche Artefakte” alles andere als übertrieben. Kommt halt darauf an wo und wie man hört.

          • Kannst du mir eine Stelle sagen, wo es deutliche Artefakte gibt?
            Oder meinst du eher generell den Klang?
            Mich interessiert das nur, was viele als störend empfinden, weil ich selber aus dem Audiobereich komme …

            Ich hab jetzt nämlich mal mit einem guten Kopfhörer reingehört und auf die Schnelle nichts wirklich Störendes gefunden.

          • Klar kann ich jetzt aus dem Gedächtnis nicht alle Stellen mit genauer Zeitangabe nennen und Zeit/Lust jetzt nochmal alles komplett durchzuhören habe ich bei dem schönen Wetter auch nicht.

            Nichtsdestotrotz habe ich gerade mal kurz an einer zufälligen Stelle reingehört. Z.B. 55:04 “Det”, 56:39 “nicht umsonst”, 57:48 “‘n erfahrener Sprecher” habe deutliche Artefakte. An anderen Stellen (habe ich auf die schnelle jetzt nicht gefunden) gibt es Artefakte bzgl. der Stereokanäle, bei denen in seltsamer Weise der Pegel auf einem Kanal ausschlägt. Evtl. ein Problem des eingesetzten Encoders, der mit Joint-Stereo nicht gut zurecht kommt oder in der Verarbeitungskette davor (eher unwahrscheinlich).

            Letztlich bin ich zugegebenermaßer recht empfindlich diesbzgl., da ich schon an ABX-Tests teilgenommen habe und von daher weiß, worauf ich achten muss.

          • Vielen Dank für die Stellen!
            Meine persönliche Meinung ist, dass das wirklich extrem minimal ist. Man muss schon wirklich sehr genau hinhören, dass man es wahrnimmt, bzw. muss schon aktiv nach Artfakte suchen (und da wird man bei 128k, 196k auch noch findig werden) – soll sich jeder selbst mal anhören.

            Jedenfalls die Sprachverständlichkeit wird dadurch in keinster Weise eingeschränkt und für mich persönlich ist das die benötigte zusätzliche Größe nicht Wert.
            Aber da hat wohl jeder andere Vorlieben 😉

            Was mir jedoch auch oft auffällt bei Podcasts sind Stereo Probleme. Wobei ich dabei eher auf Probleme mit dem Kompressor (vorallem bei Levellator?) tippe als den Joint Stereo Encoder, wäre aber sicher interessant dem näher auf die Spur zu gehen …
            (z.B. beim Alternativlos podcast hab ich das schon öfters gehört)

          • Solange man mit konstanter Bitrate arbeitet ist es sicher richtig, dass man solche Artefakte auch bei 128 kbps nie ganz weg bekommt. Gerade die Schwelle von ca. 128 kbps ist bei MP3 meiner eigenen Erfahrung aus den ABX-Tests nach aber immer noch eine “virtuelle Grenze”, ab der zumindest die störendsten Artefakte eliminiert werden.

            Je mehr man sich damit auseinandersetzt, desto störender sind halt auch kleine Sachen – blöder Effekt.

            Was die Probleme bzgl. Stereo angeht, so dürfte der Hardwarekompressor an sich ausscheiden, da er nur auf den Monokanal des Mikrofons angewendet wird und erst danach die Verortung im Raum festgelegt wird, er somit keinen Einfluss auf das genannte Problem hat. Der Levelator könnte aber durchaus auch in Frage kommen, das ist neben dem Encoder ein guter Ansatzpunkt zum Testen.

          • Gut, die Frage ist halt was dein Ziel bei einem Format für Podcasts ist:
            1: größtmögliche Sprachverständlichkeit bei kleinstmöglicher Dateigröße
            2: das Minimieren von jeglichen Artefakten (damit mann sie auch in ABX Tests nicht mehr hört)

            Für 1 find ich 96k einen guten Kompromiss, sogar hoch (obwohl OGG oder AAC dem MP3 Format
            natürlich überlegen sind, is aber anderes Thema), 95% der Hörer
            werden diese Artefakte nicht mal in leisester Umgebung bemerken.
            Wenn man Fall 2 will, muss man sowieso FLAC oder irgendeinen verlustfreien
            Codec verwenden, bzw. eine wirklich hohe Bitrate.

            Klar wenn du Vergleichstests schon öfters gemacht hast, merkst
            du solche minimalen Artefakte. Ob das jetzt als störend oder
            einfach nur neutral wahrgenommen wird ist dann halt eine
            psychologische Geschichte 😉

            PS: dieses Kommentarsystem ist anscheinend nicht für so lange Diskussionen ausgelegt 😉

          • Wenn wir hier noch länger diskutieren sind die Beiträge nur noch ein Zeichen breit, von daher lasse ich es mal gut sein, im Grunde stimme ich Dir auch weitestgehend zu, jedoch kann man auch mit Mp3 durchaus transparente Ergebnisse erzielen. Z.B. mit VBR V2 ist es auch für geschulte Ohren in aller Regel nicht mehr möglich.

      • Bevor ich mir den Podcast anhöre noch ein Kommentar zu der Bitrate: ich höre sehr gerne die Podcasts der Metaebene, und zwar zu ca. 50% im Auto. Da klappt das im Ggs. zu den Podcasts der Fanbóys gut, denn die sind aufgrund der miesen Bitrate (40 kbs) dort unverständlich. Bitte also mind. bei dem bestehenden Standard bleiben und gerne auch noch etwas drauflegen, denn die anderen 50% höre ich die Podcasts mit hochwertigen in-ears von Beyerdynamic 😉

        • Kenn den Fanboys podcast nicht, aber hab mir mal 2 folgen runtergeladen und die haben eine höhere Bitrate als dieser podcast:
          fanboys: 64k, mono (1 Kanal)
          LS002: 96k, stereo (2 Kanäle)
          d.h. fanboys haben pro Kanal eine höhere Bitrate (wobei der Joint-Stereo Encoder da wieder ein großen Teil gut macht)

          Genau deswegen hab ich diese Diskussion ja losgetreten, die größeren Probleme liegen nämlich meistens nicht an der Bitrate.
          Im Fanboys Podcast hab ich jetzt nur kurz reingehört, da ist mir z.B. das Pumpen der Kompressoren aufgefallen, müsste man aber mal länger reinhören …

  3. Großmembraner sind nicht grundsätzlich besser – gerade die bösartig billigen Großmembraner (Behringer C1, Samson C01, so ab 35,-) rauschen gerne, auch wenn sie immer noch Größenordnungen besser sind als (auch die guten) Gamer-Headsets.

    Ich selber ziehe aktuell AKG C1000 vor – mit etwas Abstand (30-40cm) trägt die (Hyper)Niere dann auch zur Nebengeräuschminimierung im Raum bei. Allerdings sind wir bei denen auch wieder im gut dreistelligen Preisbereich.

    Mobil nutze ich den “Rasierapparat” Zoom H2 – bei dem die Auto-Aussteuerungen und Kompressoren allerdings kaum brauchbar sind. Schnell zum Auspacken, Einschalten, Aufnehmen. Nichts großartiges, aber klasse zum Schnell-mitnehmen. Braucht dann aber einen leisen Aufnahmeraum. Hinterbandkontrolle ist da allerdings nicht mit dabei.

  4. Kleiner DIY-Tipp: Wer Material für den Studiobau (oder sionstige Zwecke) braucht, sollte einfach mal am Abbautag einer großen Messe durch die Hallen wandeln und die Messe(ab)bauer fragen. Da wird oft ziemlich hochwertiges Material weggeworfen.

  5. Wollte auch gerade den Wuttke empfehlen. Wirklich sehr gut und detailliert.
    Überhaupt wär das vielleicht eine Idee für eine Chaosradio-Folge?, ein Besuch bei Schoeps (vielleicht gibt’s dann auch ein Mikro als “Spende” an die Metaebene;-))

    V.a. auch weil Schoeps/Wuttke auch sehr viel ‘debunking’ betreibt, der Esoterik-Faktor ist ja in dem Bereich nicht gerade klein…

  6. Wieder mal danke für den schönen Podcast – hat einen gute Überblick gebracht!

    Zu eurer Diskussion mit den verschiedenen Mikrofontypen wollte ich nochwas anmerken:

    Der grundsätzliche Unterschied zwischen dynamischen und Kondesatormikrofonen ist, dass das erste ein “Geschwindigkeitswandler” und das zweite ein sog. “Elongationswandler” ist.
    D.h. beim dynamischen Mikrofon ist die erzeugte Spannung proportional mit der Geschwindigkeit der Mikrofonmembran, beim Kondensatormikrofon proportional mit der Auslenkung der Membran.

    Dynamisches Mikro:
    – Körperschall übertragt sich leichter (Membran schwingt)
    – Schallwellen müssen die größere Membranmasse bewegen
    -> geringere Empfindlichkeit, bildet nicht alle Frequenzen gleich gute ab (nicht so linearer Frequenzgang)
    – halten generell größere Pegel aus
    – kann billig und robust gebaut werden
    -> man kann es sehr schwer zerstören
    -> meist für Live Betrieb

    Kondensatormikrofone:
    – braucht Phantomspannung für Kondensator
    – sehr leichte Membran -> hohe Empfindlichkeit möglich
    -> ausgeglichener (linearer) Frequenzgang, gute Abbildung auch der hohen Frequenzen
    -> viel exakter
    – kann aber durch hohe Pegel auch zerstört werden, weil empfindlicher

    Innerhalb der Kondensatormikrofone gibt es dann noch den Unterschied zwischen Klein- und Großmembranmikrofone (hängt einfach nur von der Größe ab). Das hat mehrere Auswirkungen.
    Kurz: Je kleiner, desto technisch genauer die Schallabbildung (weil weniger dem Schall “im Weg” steht). Beim Großmembranmikrofon kommen verschiedene Verzerrungen ins Spiel und es hat nicht mehr so einen linearen Frequenzgang. Aber diese Verzerrungen machen halt dann oft den Klang aus und geben dem Mikrofon einen eigenen Charakter.
    Jedoch sollte bei (guten) Großmembranmikros der Rauschpegel geringer sein, weil man eine geringere Verstärkung benötigt …

      • stimmt. halbwissen der übelsten art!
        kurz reingehört (nicht wörtlich):
        ‘im soundeditor ist auf der y-achse die lautstärke abgebildet! auf der x-achse die samplerate!’

        *facepalm*
        so krass knapp daneben das es echt weh tut!

  7. Hallo,
    und Dank für die interessante Überblickssendung.

    Eine Frage habe ich aber noch zum Thema Kompression:
    Ich experimentiere im Klassischen Musikbereich deswegen bin ich nicht sicher ob beim Podcast andere Regeln bestehen.
    Eigentlich bin ich froh, wenn ich einen hohen Dynamikbereich habe. Ich müßte mich doch freuen, wenn das leiseste Instrument im Verhältnis zur Posaune in der Lautstärke “richtig” dargestellt wird. Wenn ich Kompression richtig verstanden habe, wird aber die Lautstärke insgesamt angehoben, so daß in meinem Beispiel die Verhältnisse nicht mehr stimmen. (Dabei kann der Dynamikunterschied der wirklichen Musik sowieso nicht richtig wiedergegeben werden.) Warum also die Gleichmacherei – nur wegen dem iPod?
    Ist eine ernste Frage 😉

    • Hallo Hajo,

      in vielen Fällen ist die große Dynamik (also der Unterschied zwischen lauten und leisen Passagen) störend. Klassik bildet da sicher eher die Ausnahme, aber wenn ich z.B. Tims Podcast per Kopfhörer im Bus höhre, sollte alles “so laut wie möglich” (TM) sein – sonst sind leise Passagen auf Grund der Umgebung nur sehr schwer verständlich.

      Auch in der Populärmusik ist der Tenor “laut ist gut” weit verbreitet — oftmals wird er sicher übertrieben, aber beim Großteil des Publikums ist dieses Motto tief im Unterbewusstsein verhaftet. Wenn man Radio herumzappt und einen Sender findet, der deutlich leiser als die anderen ist, so ist man eher negativ überrascht — deshalb jagen alle Sender z.B. das Signal noch einmal über eine Multiband-Dynamikbeeinflussung, die vor allem die subjektiv empfundene Lautheit maximieren soll.

    • Wie frank schon gesagt hat, in der Popmusik gibt es in den letzten Jahrzehnten immer geringere Dynamik, eigentlich fast gar keine mehr. Siehe auch Loudness War: http://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_war
      Es gibt jetzt gerade wieder neue Bestrebungen das zu ändern (siehe z.B. http://tech.ebu.ch/webdav/site/tech/shared/techreview/trev_2010-Q3_loudness_Camerer.pdf) , aber naja, man wird sehen wohin sich das entwickelt …

      Bei Aufnahmen von klassischer Musik gibt es definitiv viel mehr Dynamik, jedoch wird auch komprimiert. Stell dir z.B. vor du hörst in deinem Wohnzimmer eine pianissimo Stelle wo nur eine Geige spielt und danach ein tutti mit Pauken und dem vollem Orchester. Da würde es fast deine Boxen sprengen 😉 – ein großes Orchester hat einfach eine extrem riesige Dynamik …
      Man hat in der Praxis halt immer irgendwelche Nebengeräusche (Kühlschrank, Lüfter, viele wollen auch im Auto noch etwas hören, …) und kann so eine riesige Dynamik nicht abbilden.

      Für Sprache macht es hingegen schon viel Sinn, eine möglichst ausgeglichene Lautstärke zu haben. Sonst versteht man manche Passagen nicht gut bzw. muss immer den Lautstärkenregler anpassen.

      • Danke fuer die Kommentare. Ist Nachvollziehbar.

        Aber eine Geige ist auch schon ganz schoen laut.

        Laute und Posaune …

        Trotzdem finde ich Lautstaerkeunterschiede gut. Sonst braeucht man auch keinen Dirigenten mehr, der die Bläser im Zaum hält

        • Bei klassischer Musik sollte aber generell mit Kompression gespart werden. Das macht das Arrangement kaputt, “unterschiedliche Pegel” ja praktisch reinkomponiert wurden.

  8. Ich habe mich vor einiger Zeit daran gemacht, mit überschaubarem Budget einen sehr kleinen (7qm) und obendrein quadratischen und mit Parkett ausgelegten Raum akustisch trockenzulegen. Hierbei haben sich ein langfloriger Teppich und IKEA TUPPLUR Gardinenschals (an den Wänden entlang an Drahtseilen aufgehängt) als super Budget-Lösung erwiesen. Die Vorhänge sind schön dick (fast schon samtig) und außerdem blickdicht, was für Video-Studios ein Bonus sein kann.

  9. Hat mir gut gefallen die Folge. Eine Frage zur Aufnahme: Wie nimmst du denn die Spuren einzeln auf? Die normalen Mischpulte michen halt alle Kanäle zusammen und am Ausgang (Master)liegt dann ein Stereosignal an. Auch wenn so ein Pult ein USB-Anschluss zum Rechner hat, kommt da meistens auch nur ein gemischtes Stereosignal raus.

    • Meistens, aber nicht immer. Es gibt Mischpulte, die jeden Kanal auf das USB legen, ich kann aber gerade aus dem Kopf keines nennen. Das sollte aber heutzutage ein Kriterium sein.

      Ich selbst verwende im Studio ein großes Digitalmischpult (Yamaha 01V96) und die Kanäle gehen via Ethernet/IP (Audinate Dante) zum Rechner. Im mobilen Studio verwende ich ein USB Interface, das auch als Mixer agiert (MOTU 828 MKII).

      Dem Thema Mischpulte wird sich eine künftige Ausgabe des Lautsprechers widmen.

        • Alle mir bekannten USB-interfaces haben eine spürbare Latenz. diese ist bei Firewire “meist” kaum wahrnembar. und man hat eine haufen spuren. rein und raus.
          der klassiker ist hier wohl “RME Fireface 800”

          ich habe immer schlecht erfahrungen mit MOTUs gemacht. das fängt schon bei dem unsäglichen treiber an.

  10. Hi Tim,
    danke für den super Überblick. Ich denke, diese Folge deckt schon einmal die meisten Fragen aller Neulinge im Audiobereich ab. Eine preislich gestaffelte Empfehlung Deinerseits bezüglich der Mikrofone wäre sicherlich noch interessant, eine kurze Zusammenfassung am Ende einer solchen Folge wäre sicherlich sinnvoll um das Gehörte noch einmal zu vertiefen.

    Bei der demonstration der einzelnen Effektgeräte hätte ich mir aber eher gewünscht, Du hättest den Aufbau Deines Sounds von 0 auf 100 demonstriert, anstatt hier einmal was wegzunehmen und da einmal wieder was dazuzuschalten, bzw. den Pegel zu verändern.
    Das wäre mit Sicherheit noch einmal Hilfreich, um sich für die nächste, möglichst effektive Anschaffung zu entscheiden.

    Allgemein wäre ein Diagramm eines Standard-Setups sicherlich auch noch hilfreich, also, was wird wo angeschlossen und wann wird welches Gerät wo zwischengeschaltet.

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  12. Schöner Grundlagenpodcast.

    Kritikpunkte und Ergänzungen:

    Das SM58 gilt als DAS klassisches Gesangsmikro. Ich würde es nur ungern in eine Bassdrum legen. (Interessanter Nebenaspekt: Das SM58 ist m.E. nicht besser als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Aber es hat eine Namen, der sich leichter merken lässt.)

    Mir fehlte die Beschreibung des LowCut-Filters, der häufig im Signalweg direkt hinter dem Gain sitzt – also noch vor dem Insert. (Oder habe ich das nur überhört?)
    Ich halte diesen Filter für das am meisten unterbewertete Ausstattungsmerkmal eines Mischpultes. Er filtert relativ steilflankig tiefe Bassfrequenzen aus dem Signal heraus (z.B. 18dB/Oktave@75Hz bei meinem Mackie 1202). Die menschliche Stimme reicht nicht bis 75 Hz herunter, also wird nichts vom Nutzsignal abgeschnitten. Auf der anderen Seite werden die Explosivlaute (“Popp=Geräusche”) stark beschränkt, ebenso Rumpel-, Trittschall- und Windgeräusche. Da Bassanteile sehr energiebeladen sind, steuern solche Geräusche einfache Kompressoren überproportional an. (Hier liegt übrigens einer der Gründe für die Existenzberechtigung von Multiband-Kompressoren.) Der Kompressor arbeitet mit aktiviertem LowCut also auch besser.
    Scheinbar paradoxer Weise kann die Nutzung des LowCut außerdem helfen, einem Signal sogar mehr Bass zu geben: Mit aktiviertem LowCut und Bassanhebung am EQ kann man sehr schön den Bassanteil einer Stimme bei 100-250 Hz stärken, ohne den Dreck bei 50 Hz mitnehmen zu müssen.

    Auch fehlte mir die Erwähnung des Verbindungsstücks zwischen Mikro und Pult, auch Kabel genannt. Billige, lange, und vor allem unsymmetrische Kabel machen nicht glücklich. Einfache Faustregel: Für Mikros XLR/XLR-Kabel verwenden. (Es gibt auch symmetrische XLR/Klinke-Kabel, zu erkennen am Stereoklinkenstecker.)

    Die richtige Einstellung des Gain-Wertes ist m.E. keine Frage der Philosophie, sondern des technischen Sachverstandes: Der Arbeitspegel sollte so hoch wie möglich eingestellt werden, wobei das Signal nicht clippen soll. (Sonderfälle wie Signale, die im Mix superleise ankommen sollen, röhrengetriebene Mikrofonverstärker (-> Röhrenkompression) und kreative Fehlbedienung zur Erzeugung von LoFi-Sounds können natürlich vorkommen.)

    Auch interessant für Podcaster: Channel Strips wie z.B. das dbx 376. Hierbei handelt es sich um ein “1-kanaliges Mischpult” mit integriertem Kompressor, DeEsser, AD-Wandler etc. Kommt an seine Grenzen, sobald man mehrere Mikros einsetzt. Aber für eine One-Man-Show optimal.

    • Und auch die Preisinfo des SM 58 mit 60 euro war locker halbiert. Als besser klingende alternative wird das Beyerdynamic TG X 58 (oder 48 (= identisch aber ohne schalter)) oft genannt, gibts grad für 60 euro im Abverkauf wegen Modellwechsels.

      Beim Pegel ist es so, wie Ansgar schon sagt. Für Wiedergabenanwendungen heißt es immer: überall so heiß wie grad clipfrei möglich fahren und erst am letzten Regler die Abhörlautstärke runterregeln. Damit erreicht man das optimale Signal-Rausch-Verhältnis.

  13. Danke für die sehr gute Folge! Mittlerweile etablieren sich auch die Kommentare zu einer Fundgrube an Wissen, danke an alle fachkundigen Kommentatoren dafür.

    Wir selber setzen auch die Beyerdynamic Headsets (Mk II) ein, zusammen mit dem Zoom H4n ergibt sich ein kleines portables Setup für zwei Personen. Der H4n kann Mehrspuraufnahmen und man kann zwei XLR-Mikros anschliessen.

    Es wäre sicherlich einmal interessant, Setups für verschiedene Budgets zusammenzustellen. Bei Dir ist alles Profi-Qualität und über die Jahre gewachsen. Zusammen mit eventuellen Fehlkäufen wirst Du vermutlich locker im fünfstelligen Bereich liegen.

    Was sind sinnvolle Podcast-Setups bis 100 Euro, bis 500 Euro, bis 1000 Euro?

    Nebenbei: Ich kann verstehen, dass Du vielleicht keine Kommentarbenachrichtigung per E-Mail anbieten möchtest oder schlicht noch nicht das passende Plugin gefunden hast. Könntest Du aber bitte einen Kommentarfeed pro Artikel verlinken?

    Danke!

    • Ich hatte auch schon über das H4N nachgedacht. Da sollen zwei Grossmembranmikros (bzw. später die Beyerdynamic-Headsets, wenn dafür Geld da ist) dran. Taugen die preamps im H4N was? Und ist die Phantomspeisung stabil?
      Ich bin für Erfahrungen sehr dankbar.

      • Ich kann nicht klagen und bin sehr zufrieden, allerdings bin ich auch nicht audiophil oder habe ein so gutes Gehör wie viele hier.

        Von der technischen Seite gibt es am H4n sicher nichts auszusetzen. Phantomspannung ist stabil, 24 V oder 48 V sind auswählbar.

        Wir sind keine Audiotechniker, aber Du kannst Dich gerne bei uns (“DeimHart”) umhören. Die ersten Folgen wurden nur mit dem H4 oder dem H4n aufgezeichnet, in dem er in die Mitte gestellt wurde. In der nächsten Ausbaustufe haben wir zwei Headsets und einen Kopfhörerverstärker gekauft. Ende letzten Jahres sind ein Mischpult und zwei weitere Headsets dazu gekommen.

        Ich weiss, dass wir noch viel lernen müssen, aber wir sind auf dem Weg.

        • Hallo Dirk,

          Über den H4n habe ich auch schon nachgedacht und auch deine beschriebenen Ausbaustufen empfinde ich aus meiner Perspektive als sehr realistisch.
          Kannst du mir sagen, ob man beim Zoom H4n mit zwei angeschlossenen Headsets auch das im Lautsprecher angesprochene und für wichtig befundene Monitorsignal im Kopfhörer hat? Das wäre doch dann für 2-Personen-Interviewsituationen schonmal ein sehr brauchbares und schön mobiles Setup.

          g
          sven

          • Monitorsignal gibt es wohl, aber wie bei nahezu allen anderen kompakten Aufnahmegeräten nur separat für linken und rechten Kanal. Man kann bei dem Zoom wohl einen Mix hinkriegen, aber das Setting ist schwer zu erzielen und das Gerät merkt ihn sich nicht. Ist aber schon eine Weile her, dass ich das getestet habe, ggf. noch mal neu probieren.

          • @Tim: Ich vermute, dass Deine Erfahrungen auf dem H4 basieren, vor etwa zwei Jahren ist das Nachfolgemodell, der H4n herausgekommen.

          • Der H4n hat nur einen einzigen Kopfhörer-Ausgang, der auch als Monitor dient. Dieser ist Stereo!

            Wenn Du zwei Headsets anschliesst, kannst Du ein Y-Kabel verwenden oder besser einen kleinen Kopfhörerverstärker kaufen. Wir haben ein 4-Port Gerät für 50 Euro, wenn ich mich richtig erinnere, gekauft. Das hat auch den Vorteil, dass Du die Lautstärke für jedes Headset einzeln Regeln kannst (Menschen sind verschieden).

    • Bis 100 Euro dürftest du glatt streichen können. Und: was zählt überhaupt dazu? In der Regel Mic, Interface und Kopfhörer. Halbwegs brauchbar bist du bei arg knappen 200 Euro, besser 300.

  14. Pingback: Akustik in Podcasts ... - Dirks Logbuch

  15. Hallo Tim

    Da du in einer der nächsten Folgen über Mischpulte sprechen wirst – möchte ich dich auf eines der wichtigsten Sachen hinweisen der meiner Meinung nach bisher nicht wirklich zur Sprache kam- nämlich die symetrische Signalübertragung- im Gegensatz zur unsymetrischen Übertragung – und die entsprechenenden Stecker die notwendig sind.

    Denn gerade wenn man sich mit dem Thema nicht auskennt ist einem ja eingentlich nicht klar dass die Cinch Buchse wie man sie von der Stereoanlage her kennt nicht das Optimum Verkabelung im Audiobereich darstellt. Sondern alles auf XLR oder Stereoklinke beruhen sollte- und im Zweifelsfall DI- Boxen helfen können.
    Zusätzlich ist das ein Faktor der beim Gerätekauf beachtet werden muss.

    Zusätzlicher Praxistipp: Gerätschaften die einen UNsymetrischen Eingang oder Ausgang haben- sollten NICHT mit symetrischen Kablen angeschlossen werden ansonsten kann nur die Summe des Signales im Gerät ankommen- was sich in einem extrem niedrigen Pegel äußert!

    Ich denke dass gerade wenn es um die Vermeidung von Einstreuungen in den Signalweg das etwas ist was bei entsprechender Geräte auswahl nicht vielmehr kosten muss- aber das Arbeiten enorm erleichtert.
    Hier machen sich zusätzliche Ausgaben wirklich bezahlt.

    Zusätzlich solltest du in einer der nächsten Folgen auf das Probelm “Brummschleife” “bzw 50hz Netzbrumm” eingehen und wie er vermieden werden kann.

    gruss nach Berlin crass

    • “Zusätzlicher Praxistipp: Gerätschaften die einen UNsymetrischen Eingang oder Ausgang haben- sollten NICHT mit symetrischen Kablen angeschlossen werden ansonsten kann nur die Summe des Signales im Gerät ankommen- was sich in einem extrem niedrigen Pegel äußert! ” Dieser Satz ist Mumpitz, Humbug oder Kokolores. Wenn man nicht falsch beschaltet hat, wird der kalte Leiter auf Masse gelegt.
      Und eine gut gemachte Anlage mit HiFi-Verkabelung hat per se keine Nachteile gegenüber einer symmetrischen. Dazu fehlt es einfach an Kabellänge.

  16. Cooler Einstieg für Podcastler. Finde den Podcast ganz gut, möchte nur noch etwas hinzufügen,

    Zur Akustik:
    Teppiche, Bücherregale und sonstige Innenausstattungen in einem Raum zur Schallbrechung und -dämpfung machen auf jeden Fall Sinn um keine unnötigen Flatterechos oder harte Reflexionen mit auf der Aufnahme zu haben. Tiefgreifendere akustische Eingriffe für einen Podcast halte ich allerdings für übertrieben.

    Schalldruck und Entfernung:
    Ich nehme an Herr Fiedel spricht ständig vom Schalldruck, wenn er “Schall” sagt. Er macht leider einen Fehler in seinen Äußerungen: Der Schalldruck nimmt nicht im Quadrat der Entfernung ab, das ist grundlegend falsch. Sondern der Schalldruck verringert sich umgekehrt proportional mit zunehmender Entfernung. Heißt auf doppelter Entfernung nimmt der Schalldruck relativ 6 dB ab. Bei einer weiteren Verdopplung der Entfernung um weitere 6dB. Das gilt theoretisch auch nur in einer Kugelwelle. In der ebenen Welle wird nahezu derselbe Schalldruck transportiert.

    Dynamische Mikrofone:
    Dynamische Mikrofone heißen auch Tauchspulenmikrofone. Warum wurde ja geklärt 🙂 “Dynamisch” evtl. aufgrund der hohen dynamischen Belastbarkeit und Robustheit.

    Tonaderspeisung vs. Phantomspeisung:
    Die Tonaderspeisung kann Mikrofone zerstören, weil hier in der Mikrofonleitung Ader a und Ader b Potentialunterschiede haben. (nur nochmal als Anmerkung)
    Bei der Phantomspeisung besteht zwischen Ader a und b kein Potentialunterschied. Der Potentialunterschied besteht zwischen Ader a und Masse bzw. Ader b und Masse, daher laufen die Dynamischen Mikros auch mit P48. Verwendet man dann allerdings unsymmetrische Leitungen wird Cold mit Masse kurzgeschlossen, was das dyn. Mikrofon am Ende zersören kann/wird aufgrund der Membranauslenkungen.

    Grenzflächenmikrofon:
    Grenzflächenmikros sind gewöhnlich Druckempfänger und besitzen durch die grenzende Fläche mehr Pegel, ca. um die 3dB. (klebt man übrigens nicht, es seidenn man möchte es dauerhaft irgendwo z.B. an der Wand haben ohne, dass es geklaut wird 🙂
    “Kugelmikrofone” oder auch “echte Druckempfänger” nehmen den Schall aus unterschiedlichen Einfallswinkeln bei verschiedenen Frequenzen nicht gleich auf. Denn die optimale Kugelform gibt’s nur bei 1KHz. Mit zunehmender Frequenz wird auch ein Druckempfänger immer mehr gerichtet.

    Poppschutz:
    Der Poppschutz funktioniert nur dann optimal, wenn er zweilagig, also aus 2 Membranen, aufgebaut ist. Denn dann wirkt es genauso, wie es auch wirken soll: Wie einer Feder-Masse-System. Extreme Impulsspitzen werden durch das entstehende Luftpolster abgefangen.

    Nahbesprechungseffekt:
    Man hätte vllt. auch noch den Nahbesprechungseffekt bei gerichteten Mikrofonen erwähnen können. Denn genau dieser wird beim kommerziellen Radio gekonnt ausgenutzt. Oder hab ich den iwie verpasst?

    So, mehr steht nicht als Notiz auf meinem Zettel…

    Ansonsten echt toll und weiter so!

    Viele Grüße
    Mario

  17. Super Sendung!!!
    Hab viel gelernt.
    An Verbesserungs-Vorschlägen würde ich aus dem Stehgreif heraus
    mal :
    a) Ein paar Worte mehr zu Field-Recordern sagen. (Leute, geht mehr raus!)
    und
    b) Bei Micros Lavaliers und kleine Supernieren (hier z.B. Sennheiser MKE-400) erwähnen.
    Mit beiden habe ich für Sprache in hallenden Räumen sehr gute
    Erfahrungen gemacht. Die krigen halt viel direktes Signal vom Mund und
    wenig von dem Hall mit.
    (Mein Lavalier war ein 1eur ebay-Teil und ich als Laie höre da kaum
    einen Unterschied zu z.B. den internen Zoom H4n-Micros oder dem für
    Video beliebten Sennheiser MKE-400 bei Sprache im leisen Raum.)

    Allgemein machen sich nach meiner Erfahrung Lavaliers nicht schlechter
    als Headsets, sind aber eben vielseitiger einsetzbar.

    Ersteres ist für Podcaster, welche auch mal von der Freiheit Statt Angst
    -Demo auf der Straße berichten und letztere beide für Video-Blogger
    meines Erachtens nach sehr wichtig.
    Man will ja schließlich im Video-Blog nicht ständig das Micro vor dem Gesicht sehen.

    Microphon-Haltung außerhalb des Studios, z.B. bei Interviews auf der Straße
    wäre auch ein Punkt. Da hat man halt als Besonderheit dem Himmel, welcher
    schlicht keinen Schall reflektiert.

    Marcus

  18. Tontechnik ist ein wunderbar tiefes Thema. Und selbst nach mehrjähriger Spielerei mit den Tools (Hard- wie Software) sind die Fragen eher mehr als weniger geworden. Daher interessieren mich die Einblicke, die Tim hier auftut, außerordentlich. Vielen Dank dafür!

    Persönlich wünsche ich mir weiterhin möglichst viele praktische und v.a. deutliche Beispiele, so wie sie hier bei Kompression/Expansion schon improvisiert wurden.

    Zum scheinbaren Widersinn der Expansion möchte ich nur rasch anmerken, dass es ja vier grundlegende Typen der Dynamik-Beeinflussung gibt:
    a) Kompression
    — Downward –> laute Signale leiser
    — Upward –> leise Signale lauter
    b) Expansion
    — Downward: –> leise Signale leiser
    — Upward: –> laute Signale lauter

  19. Pingback: Whisky, Muttertag und Werthers Leiden - Einschlafen PodcastEinschlafen Podcast

  20. Danke für den Podcast.

    Habe eine Frage zur Unterstützung dieses Projekts. Haben die Affiliate-Links zu thomann.de den gleichen Charakter wie die Links zu Amazon, d.h. ich benutze einen beliebigen aus den Shownotes und alle Einkäufe, die ich dann tätige werden Dir gut geschrieben oder bekommst Du den Affiliate-Bonus nur für das Produkt, welches Du auch tatsächlich verlinkt hast?

    Wenn letzteres der Fall sein sollte, kann ich mir dann einfach aus einer der oben verwendeten Affiliate-Links selber einen basteln, damit Dir dann etwas für meinen Einkauf gut geschrieben wird? Oder soll ich Dir lieber die Produktseite mailen/twittern, damit Du mir den Link dann schicken kannst?

    Jan

    Geht konkret um:
    http://www.thomann.de/de/tascam_dr_100_4gb_sdcard_bundle.htm

    • Ich glaube, das funktioniert da ähnlich. Ich packe auch noch mal einen Default-Link auf die Spendenseite. Der entsprechende Link für das von Dir genannte Produkt wäre dieser.

  21. Hallo Tim,
    schön dass das Thema Lautstärke und Kompression mal angesprochen wird.
    Ich höre Podcasts oft auf Dienstreisen im Flugzeug (also mit vielen Nebengeräuschen) und dabei ist mir aufgefallen, dass alle Metaebene-Podcasts zu leise sind, verglichen mit Bitsundso und den Fanb0ys.
    Viele Grüße
    Florian

  22. Hallo,

    die Störungen bei einem LCD kommen von der Hintergrundbeleuchtung, respektive der erzeugten Hochspannung für diese, und können sich je nach eingestellter Helligkeit unterscheiden. In der Regel liegt die Störung bei etwa 400kHz.

    Grüße.

  23. Hi,
    Anmerkung an Tim. Du meintest im Podcast, dass du vll etwas über “Sprechen” machen möchtest, wenn ich mich recht erinnere hat Holgi da einen guten Backround.

  24. Hi Tim,
    super Podcast.

    Ich hoffe ich habe es nicht irgendwo übersehen. Kannst du mal ein paar links zu diesen Noisegate-Modulen posten? Was kosten die denn so? Bisher mache ich das in Software. Aber so als Modul ist das natürlich eleganter und auch feiner dosierbar.

    LG, danke und weiter so!

  25. SM85 ist der Gesangsmikro-Klassiker
    und SM57 ist der besagte schwarze Teufel für so ziemlich alles Instrumente. Beides zwar kein High-End aber solider und bewährter Standard vor allem Live.

  26. Noch was zur Grenzfläche: Das Grenzflächenmikro befindet sich an dem Ort wo der Schall auftrifft (Tischplatte, Wand, Boden) und reflektiert wird. Somit nimmt das Mikrofon theoretisch nur Direktschall auf. Trotzdem natürlich großer Raumanteil.

  27. Ich glaube bei dem fast fertigen Teil für einen Popschutz bietet sich am ehesten Omas Stickrahmen an der ist ja schließlich für das einspannen von Stoff gedacht.

    • Ich habe mir den “großen Bruder” SC450 für 99€ gekauft, den ich zuhause an einem Mischpult und unterwegs an einem billigen XLR->USB-Konverter betreibe. Für private Sprach- und Geräuschaufnahme ist die Qualität außerordentlich gut – ein statisches Mikrofon erfordert halt nur etwas mehr Bewegungs-Disziplin.. oder einen guten Kompressor 🙂 Und ein Großmembran-Mikro zeichnet natürlich jede sprachliche Ungenauigkeit auf, die von einem schlechteren Mikro verschluckt worden wäre.

      Mikro:
      http://www.thomann.de/de/the_tbone_sc450.htm

      Konverter:
      http://www.thomann.de/de/the_tbone_micplug_usb.htm

  28. Zwei klugscheißerische Anmerkungen:

    Zu den “dynamischen” und “statischen” Mikrofonen: Das kommt sicher von Elektrodynamik vs. Elektrostatik. In der Elektrodynamik sind (wie der Name auch schon nahelegt) Elektronen in Bewegung, und bewegte Elektronen hängen nun einmal direkt mit magnetischen Feldern zusammen. In der Elektrostatik hingegen ruhen die Elektronen, wie sie das in einem geladenen Kondensator(mikrofon) auch tun. Siehe auch Wikipedia zu Elektrodynamik, Elektrostatik, Kondensatormikrofon.

    Zur Schallausbreitung: Wie bei allen Energieformen, die sich im dreidimensionalen Raum ausbreiten, nimmt auch beim Schall die Energie pro Fläche mit dem Quadrat der Entfernung ab, weil sich eben die Fläche, auf die sich die Energie verteilen muss, mit dem Quadrat der Entfernung wächst. Und wenn man dann eine Mikrofon-Membran mit einer bestimmten Fläche irgendwo hinstellt, fängt diese Membran eben genau das Produkt ihrer Fläche mit der noch vorhandenen Energiedichte des Schalls ein.

  29. Doch noch 2 dumme Fragen:

    Wenn man mit 2 Personen = 2 Headsets arbeitet, wird in beide Kopfhörer das Summensignal (Stereo) aus dem Mischpult eingespielt oder hört jeder nur seine Stimme?

    Nochmal Kompression:

    Es gibt ein USB-Mischpult mit eingebautem regelbarem Kompressor pro Kanal, aber keine Anzeige. Macht das Sinn die Kompression nur nach dem Gehör einzustellen oder sollte irgendwo doch ein Zeiger zappeln oder eine (Frequenz) Wave-Anzeige vorhanden sein?

    • Das kommt auf die Optionen am und die dann tatsächlich gesetzten Einstellungen des Mixers an. Je nachdem, wieviele Mischungen man zugleich erzeugen und getrennt ausgeben kann, sind diverse Konfigurationen denk- und machbar. Aber: am sinnvollsten ist es natürlich, wenn jeder alles auf seinem Monitor hört, vor allem bei geschlossenen Kopfhörern würdest du den Partner ja sonst gar nicht richtig hören können. Tim verwendet AFAIK einen mehrkanaligen KH-Verstärker von Samson oder Behringer (musst du mal hier suchen, er hat vor Jahren mal nen Beitrag zum Setup gepostet), da kann jeder seine eigene Lautstärke regeln. Und man hat auch die Option auf getrennte Inputs für jeden Output.

  30. Wenn man mehrere Sprecher über separate Mikrofone aufnimmt, kann es passieren, dass das eigene Mikrofon die Stimmen der anderen mit aufnimmt. In der Signalverarbeitung nennen wir das das Coktail Party Problem [1] und lässt sich im Regelfall mit einem ausgesprochen simplen Principle Component Analysis Algorithmus [2] lösen. Im Grunde werden dabei die einzelnen Quellsignale dekorreliert.

    Funfact: Funktioniert sogar wenn man in einem Raum mit N Personen, N Mikrofone irgdnwo im Raum verteilt.

    [1] http://en.wikipedia.org/wiki/Source_separation
    [2] http://en.wikipedia.org/wiki/Principal_components_analysis

    • Danke, das ist mir theoretisch (fachlich bedingt) schon begegnet.

      Gibt’s das denn für den praktischen Podcaster als einfaches Plugin?

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  34. Gibt es eigentlich Lösungen mit denen man normale Kopfhörer (in meinem Falle ein Beyerdynamics DT 770 pro) um ein hochwertiges Mikro wie jenes vom DT297 erweitern kann?

  35. Als “rundes Ding” für einen Selbstbau-Poppschutz empfehle ich eine Fahrradspeiche. Kostet ca. EUR 0,50 und ist frei modellierbar und hat sogar ein Gewindeende zur weiteren Befestigung.

  36. Wie sieht’s eigentlich mit Kopfhörer- und Mikrofonhygiene aus? Bei häufig wechselnden Podcast-Partnern sollten die Polster ja ab und zu mal gewechselt und die Mikros desinfiziert werden.

  37. Hallo ich hätte da mal eine Frage zum Beyerdynamic DT297. Vorweg: ich bin technisch nicht sooo bewandert. Aber ich habe nach ewig langer Recherche keine Antwort auf die folgende Frage finden können (wahrscheinlich weil die Antwort so selbstverständlich ist).
    Ich habe einen Behringer Mixer mit Klinkenstecker 1/4 inch für Kopfhörer und Mikroeingang XLR. Das DT297 wird ja ohne Kabel geliefert. Welches Kabel muss ich denn jetzt bestellen, um das DT297 Headset sowohl als Mikro als auch als Headset gleichzeitig zu nutzen? Anders gesagt: Reicht hier ein einziger XLR-Anschluss um beide Kanäle zu bedienen (Mikro in und Kopfhörer out)? Oder müssen beide Lines seperat verbunden werden? Denn es gibt ja ein Kabel, dass Verbindungen für beide Möglichkeiten bietet. Sind diese also alternativ oder für beide Kanäle obligatorisch?
    Die Antwort auf diese Frage wäre sehr hilfreich für mich und ich bedanke mich schon mal im Voraus….

    • Ich gehe mal davon aus, dass Du die Antwort auf die Frage nach knapp 1,5 Jahren schon kennst, aber vielleicht stolpert ja noch jemand anderes über den Kommentar.
      Das XLR-Ende des Kabels ist der Mikrofon-Ausgang und der Klinkenstecker ist der Kopfhörer-Eingang.
      Ich kenne auch kein Mischpult oder Audio-Interface, dass Ein- und Ausgang an einer Buchse hat.

  38. Damit ein Mikro beim Stecken des XLR nicht “klick” macht, ziehen einige Steckerhersteller mittlerweile den Masse-Pin ca. 2mm vor.

    Echtes Improvement geht auch noch Jahre später …

  39. Pingback: Die Redaktionskemenate | die Hörsuppe

  40. Hallo Tim,

    Kurze Frage zu deinen Adapterpeitschen von 5 polig nach 3 polig XLR und Cinch: Woher hast du die? Bei Beyerdynamic nachgefragt, gab es leider nur den Hinweis auf das 3m lange Kabel direkt mit diesen Anschlüssen. Danke schonmal für den Tipp.

    Gruß Matthias

  41. Pingback: The Matik – Understanding David Lynch | funkUP – Campusradio Potsdam

  42. Ich will ja nicht hetzen und lass auch gern mal den ein oder anderen grammatischen Schnitzer durchgehen, aber die “umso umso”Formulierungen tummeln sich in dieser Episode echt :/ je… desto… ist echt angenehmer!

    Sonst ne super Folge
    Gruß
    Mathis

  43. Also mir wurde der Podcast von einen “Podcastfreund” empfohlen und ich muss echt sagen man hätte ich diesen nur früher gehört hätte ich nicht so eine scheiß Sound Qualität bei meiner ersten Episode.

    Echt spitzen Informationen für “Newbies” mit sehr angenehmen Stimmen.

    Was mich hier interessieren würde wenn Du – Tim Dein Equipment mal vorstellen könntest welches Du verwendest (Bild würde meist genügen mit Marken und Typenbezeichnung).

    Werde diesen Podcast definitiv weiterempfehlen!

    fg aus Österreich
    Thomas

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